Kreditzins-Näherung aus Rate und Gebühren
Schätze einen annualisierten Modellzins aus Kreditbetrag, Monatsrate, Laufzeit und Gebühren – ausdrücklich nicht nach der gesetzlichen PAngV-Methode.
So funktioniert der Rechner
Der Kreditrechner nimmt den Sollzins als Eingabe und liefert daraus die monatliche Rate. Dieser Rechner geht den umgekehrten Weg und schätzt einen annualisierten Modellzins aus ausgezahltem Betrag, Monatsrate und Laufzeit. Er berechnet ausdrücklich nicht den gesetzlichen Effektivzins nach PAngV.
Fünf Eingaben genügen: der ausgezahlte Nettodarlehensbetrag, die monatliche Rate, die Laufzeit in Jahren sowie optional einmalige Auszahlungskosten (Bearbeitungsentgelt, Disagio) und eine laufende Kontoführungsgebühr. Beide optionalen Felder kannst du auf 0 lassen, wenn dein Angebot sie nicht ausweist.
Hauptergebnis ist der Jahreszins inklusive Kosten. Daneben zeigt der Rechner den Gesamtaufwand über die Laufzeit, die Gesamtkosten über dem ausgezahlten Betrag hinaus sowie einen reinen Sollzins als Vergleichswert. Dieser Sollzins ist kein im Angebot genannter Wert, sondern zeigt rechnerisch, wie hoch der Zins ohne Kosten und Gebühren wäre – die Differenz macht den reinen Gebühreneffekt in einer Zahl sichtbar.
Eine wesentliche Einschränkung gehört dazu: Der ausgewiesene Wert ist nicht der effektive Jahreszins im Sinne der Preisangabenverordnung. Deren Anlage verlangt eine Barwertgleichung mit Zahlungszeitpunkten; der Rechner annualisiert dagegen einen Monatszins linear. Die Abweichung ist nicht pauschal auf 0,2 Prozentpunkte begrenzbar. Das Ergebnis eignet sich nur als Modellwert innerhalb derselben Rechnerlogik, nicht als Ersatz für die Anbieterangabe oder als rechtssicherer Angebotsvergleich.
Passen Rate und Laufzeit rechnerisch nicht zum eingegebenen Betrag – etwa weil die Summe aller Raten den ausgezahlten Betrag gar nicht deckt –, zeigt das Formular einen Hinweis direkt am Feld „Monatliche Rate“, statt ein Rechenergebnis auszugeben.
Wofür dieser Rechner nicht gedacht ist
Die Eingabefelder sind bewusst auf typische Ratenkredit-Szenarien begrenzt: 500 bis 100.000 € Nettokreditbetrag und 1 bis 12 Jahre Laufzeit. Außerdem setzt die Rechnung voraus, dass die eingegebenen Raten den Kredit innerhalb dieser Laufzeit vollständig tilgen. Reicht die Ratensumme nicht aus, gibt es keinen positiven Effektivzins für diesen Zahlungsstrom.
Typische Baufinanzierungen passen deshalb nicht sauber in dieses Formular. Dort endet oft zuerst die Zinsbindung, während eine Restschuld offen bleibt. Warum Baufinanzierungen nicht in diesen Rechner passen, erklärt die FAQ Kann ich den Effektivzins einer Baufinanzierung berechnen?. Für Darlehen mit Zinsbindung ist der Tilgungsrechner das passendere Werkzeug: Er zeigt Rate, Restschuld und Zinskosten bis zum Ende der Zinsbindung.
Die Formel
Der Rechner löst dieselbe Annuitätenformel, die auch der Kreditrechner verwendet – nur nach dem Zins statt nach der Rate aufgelöst, und zwar zweimal mit unterschiedlicher Kapitalbasis: einmal mit dem tatsächlich ausgezahlten Betrag und der vollständigen monatlichen Zahlung für den effektiven Jahreszins, einmal mit dem vereinbarten Nominalbetrag ohne Gebühren für den reinen Sollzins. Wie sich Kreditbetrag, Zins, Laufzeit und Rate zueinander verhalten, leitet die FAQ Wie berechnet man die Kreditrate? bereits her – das wird hier nicht wiederholt. Sollzins und effektiven Jahreszins als Begriffe grenzt die FAQ Was ist der Unterschied zwischen Sollzins und Effektivzins? ab, Was bedeutet effektiver Jahreszins? erklärt den Begriff selbst.
Warum die Bank einen anderen Wert nennt
Der hier ermittelte Wert kann von dem in deinem Kreditvertrag genannten effektiven Jahreszins abweichen – aus mehreren eigenständigen Gründen:
- Zahlungstermine: Der Rechner rechnet mit exakt gleichmäßigen Monatsabständen ab dem Auszahlungstag. Reale Kreditverträge zahlen oft zu einem festen Kalendertag, sodass der erste oder letzte Zeitraum leicht kürzer oder länger als ein volles Monat ausfällt – die taggenaue Methode der Bank weicht dadurch minimal von der Monatsnäherung hier ab.
- Restschuldversicherung: Eine mitverkaufte Restschuldversicherung erhöht die monatliche Belastung, zählt je nach Vertrag aber nicht immer vollständig in die Effektivzinsberechnung der Bank hinein. Dieser Rechner kennt dafür kein eigenes Feld – ist eine Versicherungsprämie in deiner Rate enthalten, geht sie hier wie ein gewöhnlicher Kostenbestandteil ein.
- Kontoführungsgebühren: Trägst du hier keine oder eine andere laufende Gebühr ein als die Bank tatsächlich berechnet, weicht das Ergebnis entsprechend ab – der Rechner rechnet ausschließlich mit dem, was du einträgst.
- Rundung: Banken runden den ausgewiesenen Effektivzins meist auf zwei Nachkommastellen, teils nach eigenen internen Regeln. Dieselbe grundsätzliche Rundungsfrage stellt sich auch bei anderen Rechnern dieser Seite, etwa beim Zinseszins- und Sparplanrechner – wie dort damit umgegangen wird, erklärt die FAQ Warum weichen Rechnerergebnisse von Bankangaben ab?.
- Bonitätsabhängigkeit: Viele Kreditangebote nennen zunächst einen repräsentativen Beispielzins. Der tatsächlich bewilligte, individuelle Zins hängt von der Bonität der Kreditnehmerin oder des Kreditnehmers ab und kann höher oder niedriger ausfallen als dieser Beispielwert – das hat mit der Rechenmethode nichts zu tun, sondern mit der Einzelfallentscheidung der Bank.
Trage für ein belastbares Ergebnis deshalb die Zahlen aus deinem tatsächlichen, bereits bewilligten Angebot ein, nicht aus einer allgemeinen Werbeaussage.
Grenzen der Rechnung
Dieser Rechner nimmt – wie im vorherigen Abschnitt beschrieben – konstante monatliche Zahlungen zu exakt gleichmäßigen Abständen an und bildet damit nicht die taggenaue Zahlungsterminrechnung eines Kreditvertrags nach. Für die meisten Kreditangebote mit monatlicher Rate ab dem ersten vollen Monat ist die Abweichung gering.
Die gesetzliche Berechnungsmethode steht in § 16 PAngV und der zugehörigen Anlage. Dieser Rechner bildet sie nicht vollständig nach. Stand dieser Einordnung: 2026-08-30. Das ist keine Rechtsberatung.
Der Rechner ordnet ausschließlich einen Zahlungsstrom rechnerisch ein. Er bewertet kein konkretes Angebot, nennt keine Bank oder kein Vergleichsportal und trifft keine Aussage zu deiner Bonität oder Kreditwürdigkeit.
Quellen
Häufige Fragen
Wie stark erhöht eine Bearbeitungsgebühr den Effektivzins?
Eine Bearbeitungsgebühr senkt den tatsächlich ausgezahlten Kreditbetrag, während die vereinbarte Rate unverändert bleibt – dadurch steigt der effektive Jahreszins gegenüber dem reinen Sollzins.
Ein Rechenbeispiel zeigt das Ausmaß: Bei 10.000 € Nominalbetrag und 200 € Bearbeitungsentgelt werden nur 9.800 € ausgezahlt. Bei 300 € Rate im Monat und drei Jahren Laufzeit liegt der reine Sollzins ohne Gebühr bei rund 5,06 % p. a., der effektive Jahreszins mit der Gebühr bei rund 6,42 % p. a. – ein Unterschied von etwa 1,4 Prozentpunkten allein durch die 200 €. Die Werte sind eine Beispielrechnung, kein reales Angebot.
Warum die Bank oft einen etwas anderen Wert nennt: Schon bei denselben Eckdaten weichen exakte Zahlungstermine, eine Restschuldversicherung oder Rundung den tatsächlichen Wert leicht ab – die Gründe erklärt der Effektivzinsrechner im Detail.
Mit den eigenen Zahlen aus einem konkreten Angebot lässt sich der Effekt direkt im Effektivzinsrechner nachrechnen.
Was bedeutet effektiver Jahreszins?
Der effektive Jahreszins drückt die nach § 16 PAngV einzubeziehenden Gesamtkosten eines Verbraucherdarlehens als jährlichen Prozentsatz des Nettodarlehensbetrags aus. Welche Kosten ein- oder ausgeschlossen sind, regelt die PAngV; nicht jede denkbare Ausgabe ist enthalten. Wie stark ein im Szenario erfasstes Entgelt den Rechenwert erhöht, zeigt die FAQ Wie stark erhöht eine Bearbeitungsgebühr den Effektivzins?.
Bei Verbraucherdarlehensangeboten ist der effektive Jahreszins eine gesetzlich definierte zentrale Vergleichsangabe. Er ersetzt aber nicht den Vergleich von Gesamtbetrag, Laufzeit, Flexibilität, Sicherheiten und nicht einbezogenen Zusatzkosten. Ein niedrigerer Sollzins allein kann daher irreführen. Wie groß der Unterschied in einem Szenario ausfallen kann, zeigt der Ratgeber Umschuldung durchrechnen.
Die kompakte Begriffsdefinition steht im Glossar unter effektiver Jahreszins; diese FAQ erklärt vor allem, wie du die Kennzahl beim Kreditvergleich einordnest.
Was ist der Unterschied zwischen Sollzins und Effektivzins?
Der Sollzins ist der reine Zinssatz, mit dem die Bank den Kreditbetrag verzinst. Der Effektivzins rechnet zusätzlich die meisten Nebenkosten des Kredits ein — etwa Bearbeitungsentgelte — und berücksichtigt, wann gezahlt wird.
Bei sonst gleichen Zahlungsströmen bildet der Effektivzins einbezogene Kosten zusätzlich ab. Pauschal „immer höher“ ist dennoch zu grob, weil Berechnung, Zahlungszeitpunkte und Sonderfälle gesetzlich definiert sind. Für eine vereinfachte Annuitätenrechnung verwendet FinanzTools den Sollzins; für den Angebotsvergleich sind der ausgewiesene Effektivzins, Gesamtbetrag, Laufzeit und nicht einbezogene Kosten gemeinsam relevant. Der Effektivzinsrechner liefert nur eine Modellnäherung und ersetzt nicht die Pflichtangabe des Anbieters.
Wie berechnet man die Kreditrate?
Die Monatsrate eines Annuitätendarlehens berechnet sich nach der Formel: Rate = Kreditbetrag × Monatszins ÷ (1 − (1 + Monatszins)^−Laufzeit in Monaten). Der Monatszins ist der Jahreszins geteilt durch 12.
Für einen Kredit über 20.000 € mit 6,5 % Sollzins und 5 Jahren Laufzeit ergibt das rund 391 € pro Monat. Jede Rate enthält einen Zins- und einen Tilgungsanteil — zu Beginn überwiegen die Zinsen, zum Ende die Tilgung.
Wie du die Spalten eines Rückzahlungsplans liest, erklärt Was ist ein Tilgungsplan?.
Kann ich den Effektivzins einer Baufinanzierung berechnen?
Nein, der Effektivzinsrechner ist für volltilgende Ratenkredite innerhalb seiner Eingabegrenzen gedacht, nicht für typische Baufinanzierungen mit Restschuld am Ende der Zinsbindung.
Warum passt eine Baufinanzierung nicht in diesen Rechner?
Der Rechner nimmt einen ausgezahlten Nettokreditbetrag von 500 bis 100.000 €, eine Laufzeit von 1 bis 12 Jahren und eine Monatsrate. Aus diesen Angaben löst er rückwärts den Zinssatz, der zu genau diesem Zahlungsstrom passt. Dafür muss die Ratensumme den Kreditbetrag innerhalb der eingegebenen Laufzeit vollständig decken.
Bei einer Baufinanzierung ist der Zahlungsstrom meist anders: Die Zinsbindung endet oft, bevor das Darlehen vollständig getilgt ist. Dann bleibt eine Restschuld, für die später neue Konditionen nötig werden. Genau diese Grenze erklärt auch die FAQ Was passiert am Ende der Zinsbindung?.
Was stattdessen vergleichen?
Nutze den Effektivzins aus dem Baufinanzierungsangebot als Angebotsangabe, statt ihn aus diesem Formular herzuleiten. Für eigene Szenarien ist der Tilgungsrechner passender: Gib Darlehenssumme, Sollzins, Zinsbindung und anfängliche Tilgung ein und vergleiche Monatsrate, Restschuld und Zinskosten bis zum Ende der Zinsbindung.
Wenn du nur die Begriffe einordnen willst, hilft die FAQ Was ist der Unterschied zwischen Sollzins und Effektivzins?. Das ersetzt keine individuelle Finanzierungsprüfung und keine Empfehlung für eine bestimmte Zinsbindung oder Tilgung.
Datenstand dieser Einordnung: 2026-08-09, DACH.