Warum sinkt der Zinsanteil der Rate im Lauf der Zeit?

Der Zinsanteil sinkt, weil er jeden Monat aus der dann aktuellen Restschuld berechnet wird, nicht aus dem ursprünglichen Kreditbetrag: Zinsanteil eines Monats = Restschuld des Vormonats x Monatszins. Je kleiner die Restschuld wird, desto kleiner fällt automatisch auch der Zinsanteil aus; weil die Rate bei einem Annuitätendarlehen gleich bleibt, wächst der Tilgungsanteil im gleichen Maß.

Ein Beispiel macht das konkret: Bei 20.000 Euro Kreditbetrag, 6,5 % Sollzins und 5 Jahren Laufzeit beträgt die Monatsrate rund 391,32 Euro. In Monat 1 entfallen davon etwa 108,33 Euro auf Zinsen und 282,99 Euro auf Tilgung, weil die Restschuld noch fast dem vollen Kreditbetrag entspricht. In Monat 60, der letzten Rate, kehrt sich das Verhältnis fast vollständig um: Nur noch etwa 2,11 Euro sind Zinsen, 389,21 Euro sind Tilgung. Die Beispielwerte sind gerundete Richtwerte auf Basis der Annuitätenformel, Stand 2026 für den DACH-Kontext.

Nicht zu verwechseln mit dem Tilgungssatz: Der beschreibt den anfänglich angesetzten Rückzahlungsprozentsatz pro Jahr, während der Zinsanteil der monatlich neu berechnete Euro-Betrag innerhalb der laufenden Rate ist.

Wie sich Rate, Zins- und Tilgungsanteil über die gesamte Laufzeit entwickeln, zeigt die FAQ Was ist ein Tilgungsplan?; was Tilgung grundsätzlich bedeutet, erklärt Was bedeutet Tilgung bei einem Kredit?. Deine eigene Rate kannst du im Kreditrechner durchrechnen. Zins- und Tilgungsanteil deiner eigenen ersten Rate berechnet der Tilgungsrechner.